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Ein Tauchgang am Boubioz, der Unterwasserquelle des Sees von Annecy

 

 

Ein Tauchgang am Boubioz, der Unterwasserquelle des Sees von Annecy – 28.11.09 Am letzten Wochenende im November führte es uns mal wieder an den Lac d’Annecy, um sonntagmorgens am Wrack der France die Saiblinge zu beobachten. Vorher sollte es Frank und mich am Samstag aber erst mal ans Boubioz verschlagen. Das Boubioz ist ein Trichter, der sich am Grund des sonst maximal 40 Meter tiefen Sees öffnet und bis in 82 Meter Tiefe führt. Am Boden des Trichters, ein etwa 15 Meter langes und 7 Meter breites Oval, sprudelt eine Unterwasserquelle in den See. Am späten Samstagmorgen bogen wir also in der Rue des Marquisats ein und stellten unser Auto auf dem Parkplatz am Badestrand ab. Dann ging es erst mal über die Strasse zum Einstieg, der vor einem Holzhäuschen am rechten Ende des Badestrandes erfolgt. Dort legten wir unsere drei Stages ab (Tmx30/32, Tmx50/15, O2). Voll ausgerüstet kamen wir zwanzig Minuten später wieder, wateten ins flache und noch recht warme Wasser und legten die Stages an. Dann hieß es erst mal etwa 200 Meter raus schwimmen (Peilung 60°), was sich an dem Tag allerdings als angenehm erwies, da die Sonne herrlich strahlte und das Wasser glatt war. Am ungefähren Abtauchpunkt angekommen und nach einem letzten Check ließen wir uns absinken in der Hoffnung, direkt auf 80 Meter abtauchen zu können. So waren wir doch etwas enttäuscht, als auf 30 Meter der Schlammgrund unter uns auftauchte und unser Flug frühzeitig endete. Wir waren etwas zu weit draußen abgetaucht und hatten nur den Rand des Trichters getroffen. Da der Grund an der Stelle stark abfallend ist, war die einzuschlagende Richtung trotzdem klar und nach 5 Minuten zügigen Schwimmens über Schlammgrund erreichten wir die eigentliche Quelle. Diese sieht aus, als wäre der felsige Boden an der Stelle einfach aufgerissen. Eine lang gezogene, von Felsen durchsetzte Spalte klafft im Grund und das Wasser sprudelt gemütlich hervor. Trüschen tummeltenn sich im frischen Quellwasser und ein paar Plastiktütenfetzen flatterten in der (schwachen) Strömung hin und her. Hier und da lag auch ein wenig Müll herum, der sich im Laufe der Jahre an dieser Stelle gesammelt hatte. Wir tauchten die Spalte zweimal ab und planschten ein wenig im Quellwasser herum. Den erwarteten Temperaturunterschied zum Seewasser konnten wir zwar nicht spüren - obwohl das Quellewasser laut Messungen 11,8°C warm sein sollte - aber das Erkunden dieses kleinen aber sehr interessanten Flecken machte trotzdem richtig Spaß. Dann war es so langsam Zeit an das Auftauchen zu denken. Außer auf der Westseite (Richtung Strand) bestehen die Flanken des Trichters aus weniger spannendem Schlamm. Daher tauchten wir an der Vorderseite hoch, die mit einer kleinen (ca 10 Meter hohen) aber feinen Steilwand besticht und an der sich um diese Jahreszeit viele Saiblinge tummeln. Ab ca. 65 Meter geht allerdings auch diese in Schlammgrund über und dabei bleibt es bis auf etwa sieben Metern, ab wo dann wieder Pflanzen zu finden sind. Auf dem 6 Meter Dekostopp konnten wir noch einen großen Hecht auftreiben und wenn man Richtung Nordende des Strandes taucht gibt es ein altes Kanu, ein Schild mit der Inschrift „France 1km“ und eine Skifahrerpuppe, alles vom lokalen Tauchclub versenkt. Nach 80 Minuten war dieser schöne Trimixtauchgang (Grundgas 15/55) zu Ende und wir versprachen uns die Trüschen vom Boubioz im nächsten Jahr noch mal zu besuchen und dann vielleicht auch die Kamera mitzunehmen… Séverine